Sonntag 14.3.2026
Er ist davon überzeugt, daß er ihn alles fragen darf, daß er ihn in jeder Situation seines Lebens um Hilfe, Schutz und was auch immer bitten darf, und er tut es. Und seine Erfahrung zeigt ihm, selbst in den genannten banalen Situationen, daß er gehört wird und ihm entsprechend Hilfe zuteil wird.
Und er weiß, in seinem Inneren, daß sein innerer Führer jederzeit bereit ist, beizustehen, aber nur, wenn er darum gebeten wird, da er den freien Willen eines jeden hundertprozentig respektiert.
Was sind denn nun so angeblich banale Situationen. Ein Standard ist, vor der Abfahrt mit dem Auto ihn darum zu bitten, daß er das Auto fährt. Es soll hierbei nun nicht eine lächerliche Debatte angestoßen werden, die vielleicht so manchem Zeitgenossen in den Sinn kommen mag, ob man sich dann zurücklehnen kann und das Steuer aus der Hand gibt und ähnliches. Das ist hier natürlich nicht gemeint und funktioniert auch nicht.
Freitag, 13.3.2026
Und er spricht dort mit jemandem, dessen Namen auszusprechen durchaus keine Selbstverständlichkeit ist, in diesen Zeiten und auch schon über die Jahrhunderte zuvor, wo die Institutionen, die sich mit diesem Namen schmücken, genau aber ihn durch ihr Tun in totalen Mißkredit gebracht haben, daß ihn zu nennen von sehr vielen mit einem müden Lächeln quittiert wird, von manchen, anderen Kulturen gar mit Argwohn und Feindschaft beantwortet wird.
Vielleicht auch deshalb hütet er seinen inneren Gesprächspartner als sein persönliches Geheimnis. Es ist auch gar nicht notwendig, daß die Öffentlichkeit um ihn herum davon erfährt, mit wem er da kommuniziert, daß er überhaupt kommuniziert.
Aber für ihn ist das ganze klar, unumstößlich. Ein langer Weg hat ihn dahin gebracht. Dazu mal später. Er hat ihn noch nicht gesehen, er hat seine Stimme noch nicht hören können, aber er weiß in seinem Inneren, daß er da ist, daß er auf seine Fragen, seine Bitten reagiert. Und da ist eben von Zeit zu Zeit diese Regung im Innern, ein warmer Schauer, ein Kribbeln durch den ganzen Körper und ja, unverkennbar auch dieses Zeichen von seiner Anwesenheit, das Aufsteigen von Tränen.
Seine innere Kommunikation mit ihm ist durchaus nicht abgehoben, man könnte sie vielfach sogar als banal bezeichnen.
Donnerstag, 12.3.2026
Ein Text aus dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms:
“Dann wird erfüllet werden das Wort, das geschrieben steht: Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?”
Wir haben hier einen Zeitgenossen, der über sich selber spricht, über seine inneren Erlebnisse und Erfahrungen.
Wenn er über den Tod nachdenkt, kommen wie von selbst weitere Fragen.
Da sitzt er nun so da und hat grad vielleicht mal eine Pause, in seinen geschäftigen Gedanken, bei der Arbeit, im Feierabend, am Ende im Urlaub. Oder er träumt zum Fenster hinaus, während er mit der Bahn fährt, zu müde zum Lesen, zu abgespannt, um auf seinen Sitznachbarn einzugehen, aber nicht müde genug um wegzunicken.
„Was zum Geier tue ich eigentlich den ganzen Tag, Jahr aus Jahr ein, wofür das ganze, warum bin ich hier?“
Und er will sich nicht die vorgedruckten, angelernten Antworten geben. Nein, er will es spüren, fühlen, eine innere Regung wahrnehmen, die nicht in seinem Kopf erzeugt wird, die aus tieferen Schichten seines Bewußtseins aufsteigt. Eine Realität, die nicht aus dem Verstandesdenken kommt.
Er ist im Alltag eher der pragmatische Typ, technisch orientiert, sachlich nüchtern, bodenständig, reist gern, ißt gern, mag humorvolle Gesellschaft, trinkt auch mal gern, ist der holden Weiblichkeit zugewandt, unaufdringlich, aber fokussiert, hatte Beziehungen und Ehen mit Höhen und Tiefen, findet nicht, daß es auch mit wenig Geld gut läuft, zumindest nicht bei ihm.
Aber, da sitzt er nun und sinniert, mit offenen Augen, und er spricht in sich hinein, leise, unhörbar für Dritte. Fast ist es wie sein Geheimnis, was er da in unbeobachteten Momenten oder eben im sogenannten stillen Kämmerlein tut, in der inneren Abgeschiedenheit von dem Weltgeschehen, in dem er sich sonst sichtbar bewegt.
“Der Sensenmann ist allgegenwärtig”
Ob du’s glaubst oder nicht, der Tod ist neben der Geburt das Natürlichste was uns auf dieser Erde begegnet. Während die Geburt meist freudig begrüßt wird, findet der Tod nur ein Leben im Dunkel, verdrängt, gefürchtet, totgeschwiegen, solange, bis der Sensenmann anklopft. Dann ist in den meisten Fällen große Aufregung, Bestürzung, Unfasslichkeit und tiefste Trauer an der Tagesordnung. Als hätte man es nicht gewußt, daß es eben doch passiert und nicht nur manchmal, sondern jedem, irgendwann. Kennen wir den Zeitpunkt?