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Sonntag, 31.5.2026
Er hat zu dieser Einsicht gefunden, weil er einige dieser menschlichen Varianten selber ausprobiert hat, Kirche, Glaubensgemeinschaft, Gurus, Therapeuten, im weitesten Sinn.
Was war jetzt mit dem Geheimnis? Nun, er wird von niemandem aufgefordert, über sein Innenleben zu berichten. Er könnte es freilich tun, wenn er Fragen gestellt bekommt. Er wird dann abwägen, was er von seinem Inneren preisgeben will, immer eingedenk, daß er nicht seine Perlen vor die Säue werfen sollte.
Das Sprechen mit seinem inneren Führer ist für ihn eine tägliche Praxis geworden. Ist die Kommunikation authentisch, tiefgehend genug, so kann sich das durchaus auf den Gemütszustand auswirken, im positiven Sinn, auch wenn vielleicht die äußeren Umstände nicht danach aussehen mögen, aber in der Gewißheit, daß der innere Haltepunkt sich eingeschaltet hat, läßt ihn die Situationen besser annehmen, schon auch deshalb, weil das Verständnis in diesem Moment da ist, daß egal wie sich eine Situation darstellt, genau das richtige geschieht, was zum Lebensplan gehört. Grundsätzlich gilt ja dies: es kommt nur das auf einen zu, was zum Plan gehört.
Montag, 20.4.2026
Wo waren wir? Bei der Angst. Vorher aber nochmal zu dem Geheimnis. Es kommt doch im Leben auf die eigene Erfahrung und Wahrnehmung an. Was nützt die Erkenntnis anderer, solange man sie nicht selber erlebt, in sich nachvollzieht, erfährt. Das ist doch, und soll hier nur am Rand erwähnt sein, die Problematik von Glaubensgebäuden, Religionen. Man soll etwas glauben (müssen), will man dazugehören. Glaubensbekenntnisse, von Menschen formuliert. Klar, man fühlt sich vielleicht gut dabei, hat das Gefühl der richtigen Richtung anzugehören. Aber stellt man nicht fest, wenn die Zeiten rauer werden, daß das Eis, auf dem man bisher glaubte sicher zu stehen, doch recht dünn und brüchig ist? Spätestens bei dieser Erfahrung wird einem bewußt, daß man im Inneren nichts hat, was einem auch in solchen Zeiten Stabilität und Sicherheit zu geben in der Lage ist. Auf Menschen, Gruppen zu bauen führt früher oder später zu der Erkenntnis, daß etwas fehlt, etwas, was einem kein Mensch geben kann. Es ist nun mal so, daß jeder für sich alleine stirbt. Was er in diesem ultimativen Moment des Sterbens oder anderen Extremsituationen im Inneren entwickelt hat, das ist, worauf man setzen, bauen kann.